3. Oktober morgens

Ja, ich lebe noch. Obwohl es vorgestern Abend hätte schief gehen können auf dem Weg nach Gloucester. Viel Verkehr. Die Dämmerung kam. Amerikanische Fahrbahnmarkierungen sind eben doch dunkler als deutsche. Dann kurz kaum Autos um mich herum. Verflixt, jetzt ist’s ganz dunkel. Kontrollblick zum Lichtschalter. OFF.

Da hatte in New York ein netter Fahrer beim Parken im Parkhaus den Schalter von AUTO auf OFF gedreht. Danke!

Aber jetzt eine kurze Revue der letzten Tage.

2. Oktober um die Mittagszeit herum

Bevor ich mich weiter der Andrea Gail widmen wollte, stand Whale Watching auf dem Programm. Wann kommt man sonst schon zu einer Tour. Für etwa vier Stunden ging es raus auf den Nordatlantik. Das Wetter war leider suboptimal – trübe und auf dem Meer windig und kalt. Aber der Folgetag würde richtig kalt werden.

Dem ersten Wal, dessen wir ansichtig wurden, hatte mal jemand in die Fluke gebissen. Und offenbar ist es Mist, wenn man nichts zum Kratzen hat. Die Flukenkanten sind übersät mit Seepocken (wenn ich das richtig identifiziert habe). Bei dem einzelnen Tier blieb es nicht. Schließlich stießen wir auf eine kleine Schule von drei oder vier Walen. Beeindruckend. Und sie sind verflixt groß. Unser Boot war vergleichsweise klein und jagte den Meeressäugern förmlich hinterher. Die Konkurrenz kam gefühlt dreimal größer und wesentlich schwerfälliger daher. Und immer wieder tragen wir auf Fischerboote – nein, keine Schwertfischfischer. Dem Thunfisch galt die tödliche Aufmerksamkeit. Zu meinem großen Bedauern konnte ich später leider keine Fischer finden, die ihren Fang an Land brachten.

2. Oktober vorm Aufstehen

„The fog’s just lifting. Throw off your bow line, throw off your stern. You head out to South channel, past Rocky Neck, Ten pound island. Past Niles Pond where I skated as a kid. Blow your airhorn and throw a wave to the lighthouse keeper’s kid on Thatcher Island. Then the birds show up, black backs, herring gulls, big dump ducks and green legged coots. The sun hit ya , head North, open up to 12, steamin‘ now. The guys are busy, you’re in charge. Ya know what? You’re a goddamn swordboat captain! Is there any thing better in the world? We’ll always wonder.“

Nein, für den Morgennebel war es an diesem frühen Oktobertag wohl noch zu warm. Es grüßte auch niemand vom fernen Leuchtturm herüber. Die See zeigte sich von ihrer friedlichen Seite.

Eigentlich hatte ich mir den Sonnenaufgang für den Folgemorgen vorgenommen. Aber da ich schon mal gegen 4 wach war, nutzte ich die Gunst der frühen Stunde. Das Monument war leicht zu finden. Aber wo war die Pier, an der im Film die Andrea Gail festmachte? 🤔

Neben dem Fisherman‘s Memorial gibt es noch das Gegenstück, das Fishermen‘s Wives Memorial. Die Frauen standen dann am Geländer der Dachterassen und Balkone und schauten nach ihren Männern aus.

1. Oktober

Sozusagen um die Ecke arbeitet Will Mak, ein Fotograf, den ich durch Instagram kenne. Wir treffen uns zu einem kurzen Spaziergang. So lerne ich die Gegend um das Südende des Central Parks herum kennen. 

Mittags hole ich mein Auto ab und mache mich auf den Weg nach Gloucester, froh dem Moloch New York entfliehen zu können. Am Abend sitze ich dann bei einem local draft beer in Crow‘s Nest. 

30. September abends

Ich trete den Rückweg an. Kurzer Blick in ein ungewöhnliches Gebäude. Shopping Center? Da sieht etwas aus wie ein Apple Store. Ach, und eine U-Bahn-Station ist es auch. Aber ich will noch etwas sehen und setze meinen Weg zu Fuß fort. 

Ich folge dem Menschenstrom zur Brooklyn Bridge. Die Dämmerung hat begonnen. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf die Skyline. Den Gedanken, rüber bis Brooklyn zu laufen und auf der Nachbarbrücke wieder nach Manhattan zu gelangen verwerfe ich. Zu spät. Zu weit. 

Ich laufe zum Broadway und folge ihm zum Empire State Building und fast bis zu meinem Hotel. Lichter der Großstadt. Am Ende des Photo Walks vermeldet die App 21km. 

30. September später Nachmittag

Ich habe das World Trade Center erreicht. Sieht hoch aus. Wikipedia verrät 540m Höhe. Bauzeit? Auf jeden Fall kürzer als die des BER. 

Ab nach oben. Leider ein grauer Tag. Die Aussicht ist trotzdem gigantisch. Die anderen Wolkenkratzer sahen von unten gar nicht so klein aus. 

30. September nachmittags

New York, New York. Ok, Manhattan. Für mehr hätte die eingeplante Zeit nicht gereicht. Und meine Nerven auch nicht. 😂

Die grundlegende Frage in eng bebauten Ballungsräumen: Wie komme ich ohne oder zumindest wenig Maut ans Ziel? Und wo kann ich die Maut noch Cash bezahlen? Man könnte die Maut natürlich auch elektronisch erfassen lassen. Aber dann bezahlt man bei AVIS für jeden Tag eine Grundgebühr. Ob man es nutzt oder nicht.

Wenn man nicht einen 5-Stunden-Umweg hoch bis Albany fahren will, muss man nach New York rüber Maut bezahlen. Und die meisten Übergänge akzeptieren weder Cash noch Kreditkarte. Das Netz verweist mich auf den Lincoln-Tunnel. Gegen Mittag hab ich es nach Manhattan geschafft. Parkplätze gibt es praktisch nur in Parkhäusern. Mit Hotel wird die Parkgebühr weniger unerträglich. Wenn man vorher kostenloses Parken auf riesigen Parkplätzen in Virginia gewohnt ist. Es ist Montag. Und von jetzt auf gleich findet sich ein Hotel für einen völlig normalen Preis. Sähe am Wochenende sicher anders aus. Auto abgeben (s. oben), Klamotten aufs Zimmer bringen und ab ins Gewühl. Zu Fuß.

29. September nachmittags

So ewig lang ist die Strandpromenade von Atlantic City nicht. Aber laufen ist nicht gut für die Gelenke. Gut, dass es auch dafür Lösungen gibt. 😉

29. September

Abends wollte ich einen Zeltplatz nahe New York erreicht haben. Nochmal nach Philadelphia rein und mir die Stadt genauer anschauen? Ich entschied mich für die Gegenrichtung nach Atlantic City. Es war ein schön entspannter Tag. Nur die Badehose hätte ich nicht im Auto lassen sollen.

28. September abends

Nach dem Boxen noch kurz zur Rockystatue und der Rockytreppe… nebenan feierten Hare Krishna-Anhänger. Den Abend ließ ich unterhalb der Ben-Franklin-Bridge ausklingen, sinnierend über meine Wiedergeburten. 😉

28. September nachmittags

In der Boxschule verwies man mich zum Athletic Recreation Center. Dort würden Boxkämpfe stattfinden… und in der Tat, dort fanden gerade irgendwelche Jugendmeisterschaftskämpfe statt. Fotografieren? Kein Problem. Nur hereinspaziert. Und die Dynamik der Kämpfe ist einfach nur beeindruckend!

28. September mittags

Rockys „Heimatstadt“ kann man nicht besuchen, ohne mit dem Boxen in Berührung zu kommen. Also ab zu einer Boxschule. In meinem Falle die von James Shuler (https://jamesshulerboxing.com). Das Leben kann so einfach sein: „Kann ich hier fotografieren?“ „Klar“. Das werde ich in Deutschland auch probieren.

Joe (https://instagram.com/mr.joe.joe?igshid=1868htbv6j6k6):

https://instagram.com/darealnas?igshid=rbatgiqko67t

Beeindruckend, wie fit Brett (mit Handschuhen) und Pee Wee sind. Bei beiden steht eine sechs vorn beim Alter:

Alle waren sehr freundlich und aufgeschlossen. Bilder veröffentlichen? Selbstverständlich.

27. September 22:30

Zeltplatz gefunden. Gefühlt im Nirgendwo in New Jersey östlich von Philadelphia. Zum Zeltaufbauen fehlte mir der nötige Elan. Also zweite Sitzreihe umgelegt. Ging auch.

Aber bevor ich in den Schlafsack kriechen konnte, musste ich noch rausfinden, wie das mit der Anmeldung funktioniert, wenn niemand mehr im Büro ist… ok, glücklicherweise hatte ich kurz vor Ende der Bürozeiten ins Netz geschaut. Nach einem Telefonat war klar, dass ich online buchen muss. Und dann?

Immer wieder schön in den USA: die Menschen sind unheimlich hilfsbereit. Ein paar Camper waren noch wach. Den Zettel für mich fand ich nach ihren Hinweisen am Bürofenster. Und danach wurde ich noch zum Lagerfeuer eingeladen. Zum Glück hatte mir eine Freundin einen Campingstuhl mitgegeben. 😊

27. September nachmittags. Irgendwo auf dem Weg durch Maryland und Delaware.

Fahr ich da jetzt einfach drunter durch? 🤔

Immer schön auf dem Highway 13 nach Norden.

27. September am frühen Nachmittag

In Norfolk/Virginia Beach traf ich mich mit der bezaubernden Tia zu einem kurzen Shooting. 😊

27. September vormittags

Start 👍

Der kleine Jeep wird mich jetzt knappe drei Wochen begleiten. Oder ich ihn. Ich bin gespannt, ob er die Vorurteile über amerikanische Autos bestätigt oder widerlegt. Am Ende der Tour weiß ich mehr.

Heutiges Tagesziel ist ein Zeltplatz nahe Philadelphia. Und weil ich Brücken mag, nehme ich den Weg über die Chesapeake-Brücke. Let’s go. 😊

7 thoughts on “USA 2019”

  1. wale watching toll, vorallem das du auch welche zu gesicht bekommen hast… naja genieße mal den rest der woche. musst ja bald @home 😉 danke für die karte, habe ich mich sehr gefreut!

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